Two employees wearing orange vests in front of a coal power plant

Arbeitsschutz, Umwelt & Nachhaltigkeit

Top 5 Trends im Arbeitsschutz und in der Nachhaltigkeit

5 minutes03.04.2026

Sicherheitsfachkräfte sowie Nachhaltigkeitsmanager arbeiten in einem komplexen Umfeld. Da 100 % der Unternehmen, die derzeit keine HSE‑ und ESG‑Software nutzen, planen, innerhalb der nächsten zwei Jahre zu investieren, zeichnet sich 2026 als ein Jahr der digitalen Veränderung für Sicherheits- und Nachhaltigkeitsstrategien ab.

Der neue Safety Management and Sustainability Trends Report - Wie KI Arbeitssicherheit und Nachhaltigkeit neu prägt, entwickelt vom unabhängigen Forschungsunternehmen Verdantix in Zusammenarbeit mit Quentic, hebt diesen und weitere entscheidende Trends hervor. Diese geben eine Richtung vor, wie Unternehmen Arbeitssicherheit, Compliance und Umweltverantwortung managen sollten.

In diesem Fachartikel beleuchten wir fünf Trends aus dem Bericht, die die HSE- und Nachhaltigkeitsbereiche neu prägen werden. Außerdem erhalten Sie Experteneinschätzungen, die jede Führungskraft in diesem Arbeitsumfeld kennen sollte, um zukunftsfähig zu bleiben.

1. Umgang mit zunehmender Komplexität durch regulatorische Uneinheitlichkeit und Risiken in der Lieferkette

Die regulatorischen Anforderungen entwickeln sich rasant weiter, besonders durch jüngste Entwicklungen wie das Omnibus-Paket des Europäischen Parlaments, das zusätzliche Komplexität schafft. Für viele Unternehmen führen uneinheitliche gesetzliche Vorgaben in Kombination mit weit verzweigten, mehrstufigen Lieferketten zu erheblichen Transparenzlücken, sodass Compliance zu einer echten Herausforderung wird. Beinahe die Hälfte der befragten Unternehmen (45 %) stuft regulatorische und rechtliche Risiken als sehr wichtige Anliegen ein.

Was ist dabei die Herausforderung? Vorschriften in proaktive und konsequente Maßnahmen umzusetzen, bleibt schwer greifbar. Unvollständige Daten, dezentrale Netzwerke aus Auftragnehmern und global verteilte Standorte führen zu Lücken in der Risikotransparenz. Dadurch steigt die Anfälligkeit für Compliance‑Verstöße und Sicherheitsvorfälle, insbesondere vor dem Hintergrund immer häufiger und intensiver auftretender klimabedingter Risiken.

“Regulatorische Unsicherheit, sowohl regional als auch global, schafft ein sehr dynamisches Umfeld mit immer mehr politischem Einfluss auf Nachhaltigkeitsthemen. Das macht die Situation deutlich herausfordernder als noch vor 3–4 Jahren.“ sagt Mary Foley, Expert Services Strategy Director bei Enhesa.

2. Förderung der Mitarbeitergesundheit: Über physische Sicherheit hinaus hin zu mentalem Wohlbefinden

Das Konzept der Total Worker Health, also die Integration psychosozialen Wohlbefindens in traditionelle Sicherheitspraktiken, hat deutlich an Aufmerksamkeit gewonnen. Rund 37 % der Unternehmen betrachten psychische Gesundheit, Ermüdung und Burnout inzwischen als wesentliche Risiken für ihre Belegschaft. Länder wie Österreich und die Schweiz liegen dabei vorne. Über zwei Drittel (67 %) der Befragten räumen dem betrieblichen Gesundheitsschutz höchste Priorität ein und zeigen damit, dass progressive Arbeitskulturen das Wohlbefinden der Mitarbeitenden in den Mittelpunkt stellen.

Unternehmen setzen zunehmend auf ganzheitliche Strategien, die körperliche Sicherheit mit psychischer Gesundheit verbinden und so die Resilienz der Belegschaft in Zeiten des Klimawandels und sich verändernder Arbeitsbedingungen stärken.

Christiane Ginestou, Group Health & Safety Prevention Director bei Orange, betont im Bericht: „Entwicklungen wie der Klimawandel, zunehmende Hitzebelastung und sich verändernde Arbeitsumgebungen erfordern, dass wir wachsam bleiben und unsere Maßnahmen zur Überwachung und Prävention psychosozialer Risiken kontinuierlich stärken.“

Safety Management and Sustainability Trends Report

Über den Safety Management and Sustainability Trends Report

Der neue Bericht Wie KI Arbeitssicherheit und Nachhaltigkeit neu prägt bietet Einblicke von internationalen Fachleuten und untersucht, wie zunehmende regulatorische Anforderungen, der Einsatz von KI, Personalknappheit und wachsende Komplexität in Lieferketten die Prioritäten in HSE und ESG neu gestalten.

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3. Integration von ESG in traditionelle HSE-Bereiche: Neue Anforderungen an die Unternehmensführung und Berichterstattung

ESG wird zunehmend fest in die klassischen HSE‑Aufgaben eingebettet. Diese Verschmelzung erhöht den Druck auf Unternehmen, konsistente, zuverlässige und auditfähige Daten bereitzustellen. Nahezu 30 % der Nachhaltigkeitsverantwortlichen nennen Compliance als die größte operative Herausforderung. Dies ist ein Hinweis darauf, wie stark der Bedarf an harmonisierten Steuerungs- und Kontrollinstanzen wächst.

Die Anforderungen an transparente Berichterstattung und Datenintegrität führen dazu, dass Unternehmen verstärkt integrierte Plattformen einsetzen. Doch anhaltende Inkonsistenzen in der Datenqualität erschweren schnelle und fundierte Entscheidungsprozesse.

Prof. Dr. Jana Brauweiler, Professorin für Integrierte Managementsysteme an der Hochschule Zittau/Görlitz, erklärt: “Viele Informationen entlang der Wertschöpfungskette sind unstrukturiert oder nicht vollständig aufbereitet, was die Erfüllung heutiger HSE- und ESG-Anforderungen erschwert.“

4. Technologie und KI: Von Pilotprojekten zu strategischen Erfolgsfaktoren für prädiktive Sicherheit und automatisierte Compliance

Der wohl größte Trend ist der wachsende Einsatz fortschrittlicher Technologien und KI im Bereich HSE und Nachhaltigkeit. Über 80 % der Unternehmen planen, ihre KI‑Investitionen in den nächsten zwei Jahren zu erhöhen. Der Einsatz von KI entwickelt sich von Pilotprojekten hin zu umfassenden Anwendungen wie:

  • Automatisierte Compliance‑Überwachung, um manuelle Fehler zu reduzieren
  • Predictive Analytics, die Risikomuster erkennen, bevor Vorfälle auftreten
  • KI‑gestützte Berichterstattung, die Arbeitsabläufe beschleunigt und Datenqualität verbessert

Da 70 % der ESG‑ und 52 % der HSE‑Befragten sogenannte KI-Assistenten bevorzugen, die menschliche Entscheidungen unterstützen statt ersetzen, stehen Transparenz, Vertrauen und Compliance klar im Fokus.

Hugh Maxwell, Managing Director von Maxwell Safety Limited, unterstreicht:
„Unternehmen werden einen unterstützenden, partnerschaftlichen Ansatz wählen. Menschen müssen weiterhin eingebunden sein, Vertrauen aufbauen und Verantwortung übernehmen. Wenn man KI ohne sie einführt, wird sie eher zum Hindernis als zum Vorteil.“

Der erfolgreiche Einsatz von KI hängt maßgeblich von einer hohen Datenqualität, einer nahtlosen Integration in bestehende Plattformen und einem durchdachten Change‑Management ab.

5. Wandel in Unternehmensorganisation und -kultur: Unterstützung durch die Geschäftsführung und Datenqualität als Erfolgsfaktoren

Der rasante technologische Fortschritt und der zunehmende regulatorische Druck erfordern mehr als neue Tools, nämlich eine Anpassung der Unternehmenskultur. Führungskräfte spielen eine zentrale Rolle beim Erfolg. 45 % der Befragten nennen Herausforderungen im Change‑Management und mangelnde Unterstützung durch die Geschäftsführung als zentrale Hürden.

Benutzerfreundliche Technologien, die an den Bedürfnissen der Mitarbeitenden vor Ort ausgerichtet sind, erleichtern die Akzeptanz. Gleichzeitig stellen Richtlinien für den Umgang mit Daten sicher, dass die Qualität dieser steigt, um sie für KI‑ und Analyseinitiativen nutzen zu können. Um Budgets für KI-Investitionen zu sichern und Innovationen zu beschleunigen, ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit, insbesondere die frühzeitige Einbindung der IT entscheidend.

Eduardo Blanco‑Munoz, Group HSSE Director, Affiliated Professor am französischen Conservatoire National des Arts et Métiers und Autor von Human Factors and Safety Culture (CRC Press), sagt: „Wenn der Business Case überzeugend ist, wollen die Mitarbeitenden das KI-Tool unbedingt nutzen. Heute laufen viele große Budgets über die KI-Verantwortlichen in der Geschäftsführung und wenn der Mehrwert klar erkennbar ist, finden sie auch die nötigen Mittel.“

Blick in die Zukunft von HSE und ESG

Der Safety Management and Sustainability Trends Report zeigt deutlich, dass HSE‑ und Nachhaltigkeitsabteilungen vor wachsender Komplexität stehen. Für die Zukunft werden integrierte Technologien, ganzheitliche Mitarbeitergesundheit und eine Unternehmensführung, die vorbereitet ist, essenziell. Unternehmen, die diese Entwicklungen nutzen, unterstützt von starken Führungsteams, verlässlichen Daten und einer Kultur der kontinuierlichen Verbesserung, werden sicherere, resilientere und nachhaltigere Arbeitsumgebungen schaffen.

 

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