Arbeitsschutz, Compliance, Digitalisierung

Arbeitsschutz im Homeoffice, bei mobiler Arbeit und Telearbeit

Das sind die wichtigsten Regelungen und Unterschiede

8 Minuten07.04.2021

Gekommen, um zu bleiben: Homeoffice, mobile Arbeit und Telearbeit werden auch nach der Corona-Pandemie einen bedeutenden Teil des “New Normal” in einer veränderten Arbeitswelt ausmachen. Dies bestätigt auch eine Umfrage unter Arbeitsschutz-Verantwortlichen im Safety Management Trendreport 2021. Die Fachkräfte sind sich einig: Arbeitssicherheit wird sich auch in Zukunft mit flexibleren Arbeitsmodellen auseinandersetzen und den Digitalisierungsschub für sich nutzen. Damit die Gesundheit der Beschäftigten auch außerhalb der Unternehmensräume geschützt werden kann, müssen Arbeitgeber die entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen kennen und einhalten. In diesem Beitrag lernen Sie, welche das sind und wie sich Telearbeit, mobile Arbeit und Homeoffice voneinander abgrenzen.

Der Unterschied zwischen Telearbeit, Homeoffice und mobiler Arbeit

Telearbeitsplätze werden nach § 2 Abs. 7 der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) als „vom Arbeitgeber fest eingerichtete Bildschirmarbeitsplätze im Privatbereich der Beschäftigten“ definiert und basieren auf einer vertraglichen Grundlage.

Bei mobiler Arbeit existiert keine fest definierte Arbeitsumgebung. Die Arbeit wird von beliebigen Orten aus, beispielsweise unterwegs im Zug oder im Café, geleistet.

Im Homeoffice arbeiten Arbeitnehmer in ihrem Privatbereich, sei es am Küchentisch oder im Garten: Statt eines festgelegten Heimarbeitsplatzes handelt es sich hier um temporäre Formen des Arbeitens, wie sie in Zeiten der Corona-Pandemie verstärkt zum Einsatz gekommen sind. Sie benötigen keine direkte betriebliche Vereinbarung.

Was fällt unter die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV)?

Homeoffice fällt nicht unter die Arbeitsstättenverordnung. Die SARS-Cov-2-Arbeitsschutzverordnung schreibt jedoch vor, dass Mitarbeitern das Arbeiten von zu Hause aus ermöglicht werden soll, soweit keine zwingenden betriebsbedingten Gründe entgegenstehen. Unabhängig von der aktuellen befristeten Verordnung, verfolgt das Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) sein Gesetzesvorhaben für ein Mobile-Arbeit-Gesetz (Stand April 2021) weiter. Dadurch sind Unternehmen und Angestellte abgesichert. Bei Unfällen oder sonstigen Schadensfällen können sie auf ein zuvor festgelegtes Regelwerk zurückgreifen. Die rechtliche Grundlage ist jedoch nicht der einzige Faktor, der Homeoffice und Telearbeit voneinander unterscheidet.

Auch mobiles Arbeiten fällt nicht unter die Arbeitsstättenverordnung. Der Arbeitgeber ist nicht dazu verpflichtet, Mitarbeitern einen festen Arbeitsplatz zu stellen. Mobil bedeutet in diesem Fall, dass die Arbeit z.B. auch vom Zug, von unterwegs aus oder in einem angemieteten Co-Working-Space verrichtet werden kann.

Infografik: Telearbeit, mobile Arbeit und Homeoffice

Die wichtigsten Informationen rund um den Arbeitsschutz bei Telearbeit, mobiler Arbeit und Homeoffice fassen folgende Infografiken für Sie zusammen:

Neue Gefährdungen, neue Aufgaben

Telearbeit, mobile Arbeit und Homeoffice stellen den Arbeitsschutz vor neue Herausforderungen. Psychische Belastungen durch die Corona-Krise, zusätzliche Stressfaktoren, das Gefühl ständiger Erreichbarkeit bzw. das Verschmelzen von Arbeit und Privatleben können das Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen. Diese Faktoren sollten bei einer Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt werden. Es ist daher sinnvoll, bestehende Gefährdungsbeurteilungen durch neue spezifische Konzepte - wie eine “Gefährdungsbeurteilung Homeoffice” - zu erweitern und zu ergänzen.

Arbeitsschutz Trends Flexibles Arbeiten

Safety Management Trend Report 2021

Neue Arbeitsformen sind einer von sieben Trends, die im  Safety Management Trend Report 2021 diskutiert werden. Laden Sie hier den kostenlosen Report herunter und erhalten:

  • Perspektiven: Einschätzungen von führenden Expertinnen und Experten aus acht Ländern zu den wichtigsten Trends und Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Arbeitsschutz.

  • Praxis: Erstmals wird der Safety Management Trend Report durch eine große Umfrage unter Fachkräften aus ganz Europa ergänzt.

  • Ausblicke: Welche Prioritäten setzt zukunftssicherer Arbeitsschutz? Worauf sollten Fachkräfte sich jetzt konzentrieren? 


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